17, 08:59, 2007-11-09 06:27:58 Description:Hamburger Jungfilmerprojekt um H. Lühr (gedreht in Hamburg-Rissen, 1986). Mit Abe Grennbaum u.a.
"Natürlich muss man UGLY TIMES als absolutes Frühwerk eines jungen Filmemachers (More)Hamburger Jungfilmerprojekt um H. Lühr (gedreht in Hamburg-Rissen, 1986). Mit Abe Grennbaum u.a.
"Natürlich muss man UGLY TIMES als absolutes Frühwerk eines jungen Filmemachers sehen, der seinem Publikum noch nicht die ganz großen Sauereien zumuten mag und sich mit einigen kleineren Geschichten mehr oder weniger erst einmal zu den wirklich unappetitlichen Themen hin arbeitet.
Es beginnt damit, dass zwei Jungganoven am Wittenbergener Elbufer ihre Diebesbeute aus einem Bruch vergraben, um sie zunächst vor dem Zugriff ihres gewieften Chefs, für den sie die Schmutzarbeit machen müssen, zu schützen. Die Elbe selbst können die Zuschauer in dieser gekürzten Version leider nicht bewundern, aber die hat ja mit Sicherheit jeder irgendwann schon mal irgendwie zu Gesicht bekommen. Bei diesem Film hat das Geld noch nicht gereicht für Wasserkameras.
Naja, kurz darauf kommen zwei noch jüngere Passanten des Weges -die gab es damals tatsächlich noch in großer Zahl in Deutschland und sogar in Hamburg- und stolpern mehr oder weniger über die nachlässig verbuddelte Diebesschatulle. Das kann schließlich jedem passieren, jeden Tag und überall. Und so beginnt eine wilde Verfolgungsgeschichte durch einen Elbvorort von Hamburg. Sie sind dann natürlich erst einmal sehr enthusiastisch, weil unter anderem eben noch in einem begeisterungsfähigen Alter. Das war einer der Gründe, warum ich mit sehr jungen Schauspielern arbeiten wollte. Mein Produzent hatte mir seinerzeit statt der Kinderrollen Helga Feddersen und Olli Maier als unbescholtene Spaziergänger vorgeschlagen, die hätten das sicher ebenfalls sehr glaubhaft rüber gebracht. Aber vor allem wegen des surrealen Finales, das später in dem Film kommt, wollte ich unbedingt mit Kindern arbeiten.
Die jungen Schatzgräber ziehen also mit der gefundenen Beute ab -- ein ganz alltäglicher Vorgang. Ebenso banal, wie dass ihnen ihr Fund daraufhin von dem Diebesduo wieder abgenommen wird. Das sparen wir uns hier, da können Sie nichts mehr bei lernen. Die Kinder sind jetzt allerdings involviert und werden später wieder auftauchen. Zunächst bringen die beiden Kleinganoven die Beute, die offenbar zu heiß ist, um sie einfach am Elbwald zwischenzulagern, lieber ihrem Chef. Der verweigert ihnen jedoch die ihnen zustehende Provision, weshalb es zu atemberaubenden Ver-folgungs- und Kampfszenen kommt im Sven-Simon-Park - benannt nach dem Sohn des Verlegers Axel Springer, der am 3. Januar 1980, dem Tag der Beerdigung Rudi Dutschkes Selbstmord beging. Mich überkam dann doch ein etwas schlechtes Gewissen, in diesem Gedenkpark ausschließlich harte Action zu drehen. Und deshalb fügte ich noch die wie ich finde sehr anheimelnde Osterszene an, bei der zumindest kurz angedeutet wird, mit richtigen Eiern, dass man im zugemüllten deutschen Wald auch noch auf andere Dinge stoßen kann als auf vergrabenes Diebesgut und aus der Hand gekickte Knarren. Aber an dieser Stelle des Films eine große Versöhnung stattfinden zu lassen, das hätte auch wieder nicht in mein damaliges Konzept gepasst. Ich war seinerzeit schließlich nachhaltig beeinflusst von Filmemachern wie Helmer von Lützelburg und Sergio Leone."
... (Kommentar des Rgisseurs) (Less) Video Tags:diebstahlElbegangstergewaltkrimikriminalitätmafiareißer Rate it:Rate : Watch hereClose player