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Radical-Mitfahrt vom 11.04.2006 am Nürburgring von Christoph Schlüssel
10.30 Uhr. Bei strahlendem Sonnenschein geht es gut gelaunt Richtung (More) von Christoph Schlüssel
10.30 Uhr. Bei strahlendem Sonnenschein geht es gut gelaunt Richtung Nürburgring. Zusammen mit Volker Friedrich will ich meinen ersten "Trackday" erleben und als Beifahrer in einem Sportprototypen vom Typ Radical SR3 über den Grand-Prix-Kurs fahren. Nachdem ich so viel über diesen Wagen gehört habe, bin ich sehr gespannt auf das Fahrgefühl.
11.40 Uhr. In der Eifel sind ein paar Wolken mehr am Himmel, aber zum Glück regnet es nicht. Wir fahren durch das historische Boxenlager zum Fahrerlager und finden nach kurzer Suche auch die Radical-Box, wo wir erstmal was auf die Augen und vor allem auf die Ohren bekommen, denn direkt daneben haben Uwe Alzen und Dominik Schwager ihre Box und testen gerade, was der Motor ihrer beiden Cup-Porsche so hergibt (Uwe Alzen hatte am Wochenende zuvor mit diesem Auto den 1. Lauf des Porsche-Cup gewonnen.)
12.00 Uhr. Wie man uns mitteilt, sind bis 13 Uhr die GT-Fahrzeuge auf der Strecke. Also stellen wir uns an die Boxenmauer und schauen Herrn Alzen und Co. zu, wie sie mit höllischem Speed die Start-Ziel-Gerade runterdonnern. Volker beansprucht seine Digital-Kamera bis an die Grenzen der Belastbarkeit und ich kriege angesichts der infernalischen Sound-Kulisse langsam Schiss und frage mich, worauf ich mich hier eingelassen habe...
13.00 Uhr. Jetzt ist der Pistenclub dran, und damit auch die Radical. Ich höre zum ersten Mal den Sound des SR3. Böse. Sehr Böse. Und dabei hat dieses "1500ccm-Motörchen" aus der Suzuki Hayabusa "nur" 252 PS! Ich habe noch ein wenig Schonfrist weil zunächst jemand anders als Co-Pilot mitfährt.
13.15 Uhr. Es ist soweit: Helm auf und mit einem großen Schritt über die Seite hinein ins enge Cockpit. Und wenn ich eng schreibe dann meine ich, dass ich gerade so in die Karbon-Sitzschale reinpasse. Ich lege die 4-Punkt-Renngurte an und unterhalte mich kurz mit meinem Fahrer Dietmar Winsel. Dann geht es los und wir rollen zum Boxenausgang.
13.17 Uhr. Beschleunigung: geil, aber das Rennkart fühlte sich noch extremer an. Ach so, das war ja noch kein Vollgas (klang nur so). Die erste Kurve kommt. Äh, bremsen? OK, noch nicht. Jetzt vielleicht? Na gut, dann eben später. Das Kiesbett bremst ja auch und außerdem hab ich... "AAARRGHH!!!" (die Bremse hat zugepackt), "HMMPFFF!" (wir fahren durch die erste Kurve). Boah, hat das Ding auch noch was anderes außer Grip? Unfassbar! Wie auf Schienen fährt der Radical um die Kurve und ich liege wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Dietmar deutet auf die Stahlstrebe neben meiner linken Hand: Festhalten! Ist wohl besser...
13.18 Uhr. Noch in der ersten Runde schwenken Streckenposten die rote Flagge. Wie jetzt, schon vorbei? Fürs erste ja, denn ein kleiner Pimmel-Polo hat sich von der Bahn gedreht, Kies auf die Piste geschleudert und deshalb fahren wir langsam zurück in die Box. Ach ja, bei der Gelegenheit kann ich ja auch mal wieder einatmen...
13.22 Uhr. Auf ein neues! Jetzt weiß ich ja ungefähr, was auf mich zukommt. Raus aus der Box, "AAARRGHH", "HMMPFFF", ja nee is klar. Nach der zweiten Runde hab ich mich einigermaßen an das Fahrgefühl gewöhnt. Eigentlich ist es gar nicht so viel anders als wie mit dem Rotax-Rennkart, nur alles drei Nummern größer, schneller und lauter. Wir überholen alles, was unterwegs ist (Porsche, Cobra, McLaren und weiß der Geier was sonst noch) mit einer solchen Leichtigkeit auf der Bremse vor der Kurve, es ist fast lächerlich. Und die anderen fahren nicht spazieren sondern am Limit, wie beispielsweise die querstehende Viper mit qualmenden Hinterreifen vermuten lässt. Nach der dritten Runde kenne ich die Bremspunkte und traue mir durchaus zu, den SR3 mal selbst zu fahren. Runde 4 und 5 sind Spaß pur. Die Rundenzeiten sind denen von Herrn Alzen ebenbürtig: ca. 2:20 Minuten für eine Runde.
13.30 Uhr. Das war's. Wieder rein in die Box. Aussteigen und nach Fassung ringen. Ich weiß nicht was da noch kommen soll. Vielleicht Formel 1 oder Mitfahrt in einem WRC-Rally-Car, aber ansonsten fällt mir echt nix mehr ein. Doch, Eau Rouge. Ich will mit diesem Wagen durch die Eau Rouge in Spa fahren. Das kommt als nächstes. (Less)
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