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Schaltungssimulator Wenn man sich mit elektronischen Schaltungen beschäftigt, dann dann nimmt man oft einen (More) Wenn man sich mit elektronischen Schaltungen beschäftigt, dann dann nimmt man oft einen Taschenrechner zur Hilfe um zB einen Spannungsteiler oder ein einfaches Filter zu berechnen. Im professionenellen Chip-Design ist dagegegen der Schaltungssimulator (zB Pspice, Hspice, Spectre) das meistbenutzte Werkzeug (Less)
Jürgen Kuhlmann: Zwei christliche Lieder Dies ist eine Wohnzimmer-Aufnahme vom Oktober 1975, mit überaus bescheidenen (More) Dies ist eine Wohnzimmer-Aufnahme vom Oktober 1975, mit überaus bescheidenen künstlerischen wie technischen Mitteln. Aber "anything that's worth doing is worth doing badly", meine ich mit Gilbert Chesterton. Die alt-neue Erfahrung, die sich so schlicht ausdrückt, dürfen wir allerdings als auch jetzt heilsnotwendig glauben.
GOTT DU UNSER ICH
In diesem Lied wird versucht, das gewohnte äußerliche Schöpfungsverständnis ("Es werde!" und dadurch ward es) durch ein mehr inneres abzulösen ("es werde!", das heißt es ward.). Denn nicht nur von Gott sind wir woanders (in einem vorgestellten leeren Raum) geschaffen, sondern "in Ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir." Also: Nicht wie Mama die Knödel macht Gott uns, sondern wie Rut die Hexe.
Und wer meinen Fuß sticht, sticht mich: "Was ihr dem Geringsten ... "
I
Rut macht im Fasching eine Hexe,
Klaus im Büro den braven Streber
schaut: alle machen die tollsten Figuren
und fragen fast nie, wer sie macht.
Grass konzentriert sich auf den Trommler,
Verdi erschafft uns Rigoletto,
Mama fürs Kind eine Märchenschloss-Eule
sagt: wer dichtet all die Dichter ?
Rut blickt selbst die Hexenharpune,
der Pedant meint Klaus, wenn er "ich" sagt,
Mama denkt die Eulengedanken,
JA: Auch wer uns schafft, ist wir!
Seine Idee ist dieses Weltall,
außer der Phantasie des Schöpfers
gibt es für dich keinen Raum oder Standpunkt:
SEIN Denken ist unser Dasein.
DU UNSER ICH O GOTT wir Rollen,
die du dir ausdenkst, sollen wissen:
nicht bloß für Kleinkram verantwortlich sind wir -
NEIN: für Gottes eigne Taten.
II
Spürst du, mein Fuß, den festen Boden,
du meine Stirn den Wind dich streicheln,
ihr meine Finger die Saiten gehorchen,
und du mein Gehör ihr Klingen ?
Jedes von euch ist völlig anders,
keines zu meinem Dasein nötig,
dennoch seid ihr als mein Ich eine Einheit
und ich bin in euch am Leben.
So wär Brot auch ohne mich knusprig;
so bin ich nur eins der Organe
und weiß doch: das Ganze ist Eines.
JA: Jenes ICH lebt in mir:
Spürt bald durch mich, wie dies Brot mundet,
ist auch in meiner Tat am Schaffen,
liebt mit den Herzen der einen die andern
und will aller Wesen Bestes.
DU UNSER ICH O GOTT wir Zellen
sollen nicht unsern deinen Körper
böse als Krebs oder Aussatz verderben -
NEIN: sei Heil in deinen Gliedern!
HALLELU-JA
DankeDIR dankeMIR dankeUNS dankeEUCH danke sehr
bitteDICH bitteMICH bitteUNS bitteEUCH bitte: mehr
lobeDICH lobeMICH lobeUNS lobeEUCH überall
traueDIR traueMIR traueUNS traueEUCH noch im Fall
halleluja
Anhand der Gleichnisse des vorigen Liedes lassen sich die hier dicht zusammengepackten Grundschaltungen gut verstehen:
a) DIR/DICH spricht die Religion. Gott ist als einfache, sich ihrer selbst bewusste Einheit des Ganzen unfassbar mehr und wirklicher als jeder Einzelvollzug in sich selbst, kann also von mir zu Recht mit einem ehrfürchtigen "DU" angesprochen werden.
b) MIR/MICH spricht die Mystik. So wenig mein Augen-Ich mich als jemand Fremden auffasst, so wenig ich Gott. "Mein Gott" gehört so nicht zu "mein Führer und Herr", sondern zu "mein Glück, mein Sinn, mein Innerstes".
c) UNS spricht der Atheismus. "Das Ich", als sozusagen besonderes Organ, gibt es da überhaupt nicht, vielmehr ist mein Ich nichts weiter als die harmonische Eintracht aller möglichen Ich-Vollzüge. Wir, die unfassbare Vielfalt aller Wesen des Universums, wir sind der Sinn des Ganzen - und keiner schaut von oben/außen zu. Auch dieses "demokratisierte Gottesbild" ist ein wahres und christliches.
d) EUCH ist gewissermaßen die Verschränkung von a) und c). Der einzelne weiß sich einem großen Ganzen nicht nur integriert, sondern auch gegenüber; doch wird das Ganze nicht als übermächtiges Du, sondern als solidarisches Ihr erlebt. So wird der Bogen vom modernsten Atheismus hin zur traditionellsten katholischen Frömmigkeit geschlagen; denn ist das nicht genau die Vorstellung des typischen mittelalterlichen Katholiken, der sich geborgen wusste im Kreise seiner Patrone, die gerade keine Überwesen waren, sondern zuerst einfache Menschen wie er selbst, bevor sie in Gottes Herrlichkeit an der unendlichen Macht teilbekamen?
Jede dieser Schaltungen ist wahr, oder keine - je nachdem, wie man den Begriff Wahrheit auffasst. Eigentlich wahr ist jede Einstellung nur, insofern sie von den anderen korrigiert wird. Sich allein überlassen, läuft jede bald in die Irre: Frömmigkeit wird zu selbstentfremdeter Sklaverei, Mystik zu selbstversponnener Realitätsblindheit, Atheismus zu sinnlosem Gekrabbel vieler Nichtse, Heiligenverehrung zu magischem Kalkül. Nur zusammen ist DU-ICH-WIR-IHR die Wahrheit. Freilich ist jedes dieser Fürwörter auch für sich allein noch wesentlich wahrer als jenes blasse "Er", mit dem eine bloß sitzende Theologie, die weder knien noch tauchen noch stehen kann, das Geheimnis der Welt meint vermitteln zu können ...
(November 1975) (Less)
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